Sonntag, 9. November 2014

Glücklich sein ist realistisch sein

Oho, ein neuer Header! Ja, es wurde Zeit. Irgendwie wurde mir der andere zu verspielt. Ich möchte aber heute über ein ganz anderes Thema schreiben. Nachdem ich mich ja schon in diesem Post als Lebensberaterin bewiesen habe, wollte ich das mal ein bisschen weiterführen. Ich hatte gestern ein intensives Gespräch mit meinen Freundinnen, das ganz grob mit dem Thema Glücklichsein oder eben nicht Glücklichsein zusammengefasst werden könnte. Ich will euch nichts vormachen: Vielleicht liegt es auch am Wetter, aber zur Zeit war bzw. bin ich nicht der größte Sonnenschein. Schon kleine Dinge können mir den Tag versauen und mich total deprimiert machen. Früher war ich ein sehr optimistischer Mensch, ob das gut ist, weiß ich nicht. Als Optimist wird man schnell verletzt. Und auch wenn es ganz viele kleine Risse sind, irgendwann bricht auch der größte Optimist zusammen. Und wird zum Pessimisten. Ist aber auch nicht gut, denn dann erfreust du dich an garnichts mehr. Am besten ist also die gesunde Mitte. Realistisch sein. Nicht alles schwarzmalen, aber sich auch im Klaren darüber sein, dass es im Leben nunmal auf und ab geht. Und gerade aus diesen schweren Situationen lernt man unglaublich viel und wird in sich einfach reifer. Ich glaube, Glücklichsein bedeutet, seine ganz persönliche Mitte zu finden. Dinge zu akzeptieren, die nicht zu ändern sind. Alles was dich runterzieht keinen Platz mehr in deinem Leben zu lassen. Und eben Dinge zu ändern, die du ändern kannst. Und wenn ihr jetzt ganz konkrete Tipps hören wollt, dann gebe ich euch ganz konkrete Tipps. Es hilft unglaublich viel, sich mit seinen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen, jeden Tag ein paar Minuten, ob du nun einfach auf deinem Bett liegst und deine Augen schließt, alles aufschreibst in ein Notizbuch (oder wie ich gerade, in einem Blog darüber schreibst haha), mit anderen sprichst oder meditierst oder so. Ganz egal. Räume einfach selbst im größten Stress ein bisschen Zeit für dich ein, denn sonst verlierst du dich früher oder später. Räum in dir auf. Werfe die Dinge die du vergessen willst in deinen imaginären Abfalleimer, und entdecke deinen Kopf neu. Vielleicht ist in der hintersten Ecke noch diese eine Erinnerung, die dich so zum Lächeln bringt wie in diesen kitschigen Hollywoodfilmen. Mach ganz viele Fotos, denn Fotos sind eine wunderbare Möglichkeit um Schönes festzuhalten und nie mehr loszulassen. Sei kreativ, mal irgendwas: Dazu muss man nicht der größte Künstler sein, kritzel einfach irgendwas, als Kleinkinder, als wir ein Wirrwarr aus Strichen gemacht haben, waren wir wohl die glücklichsten Kleinkinder überhaupt. Entdecke einfach die schönen Dinge wieder, an die du schon lange nicht mehr gedacht hast oder die du schon lange nicht mehr gemacht hast. Auch ganz einfache und banale Möglichkeiten zum Glück übersehen wir mal. Ein langes, entspanntes Bad nehmen statt nur schnell zu duschen. Im Zimmer Kerzen anmachen damit alles nach Zimt und Vanille und Schokolade und Blumen und tralala riecht. Sich mal wieder richtig Zeit für ein Buch nehmen und darin eintauchen. Den Lieblingsfilm zum hundertsten Mal anschauen, Vier Stunden mit deinen Freunden telefonieren. Alle, die liebst und gern hast, deine Liebe zeigen. Andere glücklich machen und so selbst glücklich werden. Aber auch mal egoistisch sein und nicht zu allem ja und Amen sagen. Ich muss sagen, dass das Bloggen meistens meine Ich-Zeit ist. Weil ich hier immer ganz ehrlich aufschreibe, was ich denke. Und als ich nicht so gut drauf war, habe ich gedacht, ich sollte euch mit meinen "bad vibes" nicht anstecken und lieber nichts posten, aber der erste Schritt zur Besserung ist die Erkenntnis oder so. Wie immer hoffe ich, das hilft euch vielleicht. Vielleicht hat dieser Post ja euren Tag erhellt und ihr seid ein bisschen glücklicher.

Kommentare:

  1. Schöner Text! Ich mag deinen Schreibstil total und die Tipps sind echt gut..ich kenne diese schlechte laune und die ist bei mir viel in den wintermonaten viel ausgeprägter als im sommer..:)
    liebe grüße <3

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  2. Ein wirklich toller Text !! Will auch so schreiben können !

    http://mytimeisnowdaria.blogspot.de/

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  3. Wirklich toller Text! Du hast echt einen richtig schönen Schreibstil! Diese schlechte Laune, die du beschreibst, kenn ich nur zu gut, gerade in den Wintermonaten bin ich immer total down.

    Allerliebst,
    Lea

    theelefantastic.blogspot.de

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  4. das freut mich! aber was wäre der herbst auch ohne tee, duftkerzen und kuschelige kleidung? :)

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  5. Wirklich ein guter Post! :) Und vor allem in den dunklen Jahreszeiten ist die schlechte Laune nicht weit entfernt.. Ganz grausam sowas.. :/ Aber schön, dass du darüber schreibst, das muss auch mal sein.. ich merke immer, wenn ich lange nicht mehr geschrieben hab, mir alle meine Gedanken von der Seele geschrieben hab, dann lastet das alles so schwer auf meinen Schultern, dass ich so lustlos bin.. so lustlos, dass ich nicht mal mehr schreiben kann.. :/

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  6. der begriff der "Lebensberaterin" taugt mir sehr, habe ihn auch schon sehr gern und oft (zweck)verwandt! und er spiegelt auch ansprechend den titel wider..
    auf der operativen (wohlfühl-)ebene is der gedanke mit dem wetter auch angemessen!
    ziel und zweck des pessimismus is ja auch zunächst der selbstschutz und nicht die erheiterung, also vll au nur eine frage der erwartungshaltung, aber als pessimist kann ich au sagen, es schließt freude ne grds. aus, es limitiert, reduziert sie, ja, aber nicht aufs unmögliche.. aber ja, wenn der tag schon mit zwei, drei schlechten kleinigkeiten beginnt, fängt man an sich einzureden, heute is/wird ein schlechter tag, das schicksal will es so, und das läuft im unterbewusstsein stets mit und kann sehr lähmend wirken!
    deine argumente für den realismus sind durchaus überzeugend, nehme so eine situative, oppurtunistische einstellung aus zwei, der drei einstellungen mit. und ja: "glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist"
    und diese von dir täglich implizerte selbst-katharsis finde ich au richtig und wichtig - nur statt fotos würde ich das laufen bevorzugen ;)
    und bloggen per se ist zunächst rein egozentrisch, ja. wie auch immer, solche fragestellungen im blog aufzuwerfen taugt mir sehr :)

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  7. Optimisten und Realisten sind immer gut, wer möchte denn immer negativ denken? Ich finde nicht, dass man als Optimist schnell verletzt wird, wobei jeder eine andere Grenze hat und jeder ein anders-dickes Fell trägt. Ich selbst war Pessimistin, doch immer dieser Traurigkeit und den Gedanken zu verfallen, hat mir einfach irgendwann gereicht und ich zog darunter den Schlussstrich, mit Erfolg. Seitdem bin ich immer optimistisch und dennoch auch realistisch. Natürlich überschatten mich manchmal auch ein paar Gewitterwölkchen aber das ist vollkommen normal, so lange sie nicht immer über meinem Kopf schweben. Ob es nun am Wetter liegt oder einfach an der Tagesverfassung, glaube ich, dass es eher zweiteres ist. Das Wetter muss man nehmen wie es ist. :-) Nur nicht den Kopf hängen lassen.

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    1. Guten Abend liebe choconistin,
      ich fasse das mal als Kompliment auf. Einen großen Knuddler von mir und ein herzlichen "Dankeschön" vom Herzen. :-)

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  8. Ich habe da so eine Art Weg gefunden, der mir so durch den Alltag hilft. Man hat doch immer diese Tage, von denen man von Anfang an weiß, dass sie auf gut Deutsch beschissen werden. Aber ich glaube daran, dass alles aus positiver und negativer Energie besteht. Es muss sich ausgleichen - demnach ist es für mich nur plausibel, dass wenn etwas Schlimmes passiert, gleich etwas Gutes danach passiert. Ich könnte die unzählige Beispiele nennen, fast jeden Tag geht es mir so. An den anfangs schlimmsten Tagen sind mir teilweise am Ende des Tages die unglaublichsten Dinge passiert, an öden Schultagen gab es immer wieder mal Lichtblicke und kleine, tolle Momente, ein nettes Lächeln hier, ein Kompliment da. Ich gehe außerdem erwartungslos an eine Sache heran, die mir Angst macht. Ich versuche, wenig nachzudenken, warum und wieso, sondern einfach zu machen und Dinge auf mich kommen zu lassen. Das ist besser fürs Herz, kann meins seit einigen Wochen bestätigen ;-)
    Wie du es versuchst, klingt sehr schön und ich finde es toll, dass du darüber nachdenkst und dich wirklich bemühst, glücklich zu sein und nicht wie die meisten einfach durch den Tag zu leben. Das zeugt von Reife :-)

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  9. Hi Meryem! :) Ich heiße Rike und bin ganz neu bei Blogger! Ich würde mich unglaublich über eine kleine Starthilfe freuen! Alles Liebe! ♥
    xx Rike

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  10. ♥ the-pink-bow.blogspot.com ♥

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  11. Toller Header! Danke für deinen Kommentar! :) <3
    Liebe Grüße, Anna :))
    von www.anna-silver.blogspot.de

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  12. Was für ein schöner neuer Header!

    Dein Text gefällt mir super gut. Du bringst es auf den Punkt :)
    Wenn es um neue Dinge geht, bin ich trotzdem immer der "das Glas ist halb voll"-Typ. Warum auch immer alles schlechtreden :) Mir geht es vor allem darum Dinge nicht zu ernst zu nehmen und sich nicht so einen Kopf zu machen. Im Nachhinein ist eh alles eigentlich gar nicht so schlimm.

    Ich sollte auch mal wieder so einen Post schreiben und an meinen vergangenen anknüpfen :)

    Liebe Grüße, Jana

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  13. Äh, ich bin tatsächlich ein bisschen glücklicher jetzt. :D
    Finde deinen Schreibstil ganz wunderbar und mag vor allem auch deine Themen. :)

    Liebe Grüße,
    Sara.

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  14. Deine Worte haben mich wirklich zum Nachdenken angeregt und sie haben mir auf jeden Fall geholfen. Ich hab gerade erst solch einen Post mit bad vibes auf meinem neuen Blog, den ich zusammen mit einer Freundin führe, veröffentlicht:
    http://grossstadtgedanken.blogspot.de/2014/11/kompensation.html
    Vielleicht magst du mal schauen... Aber fühl dich nicht gezwungen. Du hast sicher wegen Schule & Co. viel zu tun. Ich wollte dich jedenfalls wissen lassen, dass dein Post wirklich eine Hilfe für deine Leser war! Vielen Dank für die Anregungen und Tipps! Und dafür, dass du das Thema Pessimismus überhaupt öffentlich angesprochen hast!

    Liebe Grüße <3
    Diana

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