Donnerstag, 13. November 2014

Rebellische Jugend

Früher, als mein Blog noch ein einziges Wirrwarr war ("wirrwarrwar"), dachte ich immer, dass niemand sich lange Texte durchlesen möchte, dass das sowieso uninteressant für alle ist. Ich schreibe aber nun schon seit einiger Zeit einfach wieder, weil es eben meine große Leidenschaft ist und mir wirklich Spaß macht. Und eure Reaktion darauf ist einfach sososo toll. Wirklich. Ich habe mich jetzt schon öfter bedankt, aber ich mache es einfach nochmal, weil ich es wirklich so meine und es wir wichtig ist, dass ihr das wisst. Ich halte das alles nicht für selbstverständlich, und jeder Kommentar und jede E-Mail die ich bekomme machen mich sehr glücklich und retten mir manchmal den Tag. So, genug Geschleime für heute, haha.
Ich habe keine Ahnung, wie ich in dieses Thema am besten einsteige, also fange ich einfach mal ganz plötzlich an. Es gibt Lehrer an unserer Schule, die mich einfach unglaublich nerven. Okay, das klingt jetzt nicht sehr spannend, die gibt es wohl überall. Aber am meisten nervt mich eben an diesen bestimmten Lehrern, dass sie sich über alle anderen stellen und ständig heraushängen lassen, wie toll sie sind, welch große Lebenserfahrung sie doch haben. Das wird vorallem dadurch deutlich, dass wir Schüler behandelt werden, als wären wir unfähig, unterbemittelt, als ob wir keine Ahnung von der Welt hätten. Ich möchte garnicht bestreiten, dass diese Lehrer schon einige Jahre länger leben und auch schon sehr viel erlebt haben - aber wir Schüler sind, jetzt mal ganz platt gesagt, auch nicht doof. Ein Beispiel ist die Politik. Ich glaube viele ältere Personen, ich möchte garnicht unbedingt bei Lehrern bleiben, denken, dass uns das kein Stück interessiert. Vielleicht ist das auch bei den meisten in meinem Alter so. Aber manche von uns interessieren sich für Politik, kennen sich auch damit aus, engagieren sich. Einfach, weil wir die nächste Generation, die Zukunft sind, und wir haben es eben in der Hand, zu ändern, was uns stört. Ich glaube, dass jeder, der mich oder meine Lehrer kennt oder sogar mit mir in einer Klasse ist, weiß, von wem oder was ich rede. Aber um mal ein bisschen Hoffung in diesen Post zu bringen - es gibt auch die anderen Lehrer, die Lehrer, die dich wirklich fördern und dir wirklich helfen wollen. Die auf angenehme Weise das vermitteln, was sie vermitteln sollen und manchmal sogar noch mehr. Ich denke, dass Jugendliche in meinem Alter einfach nicht mehr so behandelt werden sollten, als wären wir Kinder. Denn wir sind zwar noch nicht erwachsen, aber erwachsen sein bedeutet nicht unbedingt intelligenter oder reicher an Lebenserfahrung sein. Es ist unglaublich, was schon in den Köpfen von kleinen Kindern vorgeht. Was für ein Potential in ihnen steckt. Und all das wird durch diese primitive Überzeugung unserer Gesellschaft zerstört, das komische Schulsystem, in das sie gesteckt werden, in dem fast garnicht oder nur wenig auf die persönlichen Begabungen und Eigenschaften eingegangen wird. Und wenn man nicht in die Strukturen dieses Systems passt, ist man gleich "ein schlechter Schüler"? Eine Nachricht, ja ein Aufruf an gleichaltrige Leser: Gebt nicht auf. Macht weiter. Manchmal wird dir eingeredet, dass deine Träume zu groß, zu kindisch, zu unerreichbar sind, aber du wirst es nie herausfinden, wenn du es nicht einfach versuchst. Wenn man etwas wirklich will, schafft man es (unter Umständen mit viel Arbeit) auch. Hinterfragt Regeln, bevor ihr sie befolgt. Regeln sind wichtig und man muss sich an sie halten, aber nur weil ein Älterer sie aufgestellt hat, ist sie nicht gleich sinnvoll. Hört viel zu und lernt von den Erfahrungen anderer, damit ihr nicht erst die selben Fehler machen müsst. Nachfragen. Hinterfragen. In Frage stellen. Setzt euch mit eurem Umfeld und der Gesellschaft wie sie ist auseinander, denn irgendwann werden wir bestimmen, wie es aussieht.

Kommentare:

  1. Hallo :) Ich finde deinen Post ganz toll und er regt mich zum Nachdenken an, denn ich werde in wenigen Jahren Lehrerin sein und durfte auch schon im Rahmen eines Praktikums unterrichten :)
    Es gibt einfach sehr viele negative Beispiele an Lehrern... und Verhalten wie dieses, was du beschreibst, kommt denke ich dann zustande, wenn ein Lehrer vergisst, warum er den Beruf macht. Zuviele Lehrer hat die Lust am Unterrichten und der Spaß am Austausch mit Kindern Jugendlichen verlassen. Das ist sehr schade. Cool finde ich, dass du auch von anderen, "guten" Lehrpersonen sprichst:)! So eine möchte ich werden.
    Einen kleinen Einwand habe ich aber noch; klar ist das schulsystem noch zu verbessern und individuelle Förderung ist ganz ganz wichtig. Aber bei einer Klasse von 30 Schülern kann ein Lehrer die einzelne Person nur schwierig wahrnehmen (stichwort Binnendifferenzierung... das ist wirklich nicht leicht). Deswegen muss man auch als Schüler den Lehrern manchmal ein bisschen entgegen kommen und sich auch mal in ihre Lage versetzten.
    Trotzdem hast du Recht: niemand, egal wie alt oder erfahren, sollte einen für dumm verkaufen und man muss sich nicht alles gefallen lassen.

    liebste grüße :)

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  2. wenn sie es nur glauben würden, wäre es ja okay, aber ich befürchte, dass sie recht haben. du kannst hierbei nicht oder nur schwer einen induktiven zirkelschluss ziehen, zwar nimmt der anteil junger an gymnasien prozentual stark zu, wo das für einige stimmen mag, aber es gibt immer noch einen großen anderen teil, wo es für die wenigsten zutreffend sein dürfte. außerdem reicht leider nicht nur das interesse (hinreichende bedingung sozus.), sondern das kritische reflexionsvermögen gegeben sein muss oder sollte (notwendige bedingung) [aber schön, dass du am ende selbst auf immanuel kant in diesem kontext referenzierst :p]. ja, aber wie auch immer, die guten lehrer, die du ansprichst igbts ja fächerunabhängig, aber sie sind leider sehr sehr selten und es bedarf wirklich glück, den ein oder anderen zeit seiner schullaufbahn genießen zu dürfen. aber wenn ein lehrer regelmäßig das wort "exkurs" in den unterricht integriert, dann is schon vieles gewonnen ;) lg

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  3. Wie immer gefällt mir dein Text sehr gut. Ich habe Glück und bin in diesem Jahr von solchen Lehrern verschont worden. Dieses Jahr habe ich wirklich nur gute Lehrer erwischt, mit denen ich gut auskomme, die ein wenig Humor haben und nicht alles so furchtbar eng sehen...
    Aber ich kenne durchaus auch solche Lehrer wie du sie beschreibt!
    Übrigens hoffe ich, dass du weiter so schreibst, es gefällt mir sehr gut!
    Liebst, Emme ♥

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  4. dein text ist wieder einmal wirklich toll geworden! Ich verstehe nur zu gut, auf welche orte von lehren du anspielst...Und ja, es ist sehr wichtig die welt und alle regeln auch zu hinterfragen. Wir haben schließlich alle ein Gehirn und sollten es auch benutzen! ;D

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  5. Hallo :)
    Auch ich kenne solche Lehrer, allerdings habe ich das Glück und wurde dieses Jahr zum Großteil verschont.
    Darf ich fragen wie alt du bist?

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  6. Solche Lehrer gab es auch, aber da ich schon seit 7 Jahren nicht mehr zur Schule gehe, ist die Erinnerung doch sehr verblasst...

    -Kati

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  7. Mir gefällt dein Blog total!
    & vielen lieben Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog :)
    Liebste Grüße, Sophie ♥

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