Montag, 20. April 2015

#like4like

Trotz der im letzten Post kritisierten Prokrastination habe ich meine Tests hinter mich gebracht, ob auch erfolgreich, wird sich noch zeigen. Deswegen kann ich jetzt mehr oder weniger entspannen und auch mal wieder die sich zur Zeit sehr oft zeigende Sonne genießen. Mehr oder weniger. Denn wenn die Tests vorbei sind, denken die Lehrer, es wäre nun die perfekte Zeit, um Referate zu verteilen, Exen (wusstet ihr, dass es DAS Ex heißt? Nicht die Ex! Whut!) zu schreiben und Lektüren zu lesen. Interessant wurde es da in Englisch: Unsere Lektüre ist The Circle von Dave Eggers, ein neueres Buch, das vielleicht einige von euch kennen dürften. Falls nicht: Das Buch handelt von einem gleichnamigen Unternehmen, das alle Aktivitäten im Internet an einem Platz bündelt - also nicht Facebook, Blogger, YouTube, Instagram - sondern einfach nur The Circle. Alles an einem Platz. Ein random Mädchen vom Land ergattert dann einen Job bei diesem Unternehmen und deckt natürlich die ganzen dunklen Geheimnisse von The Circle auf. Eggers erschafft insgesamt eine Distopie von einer kontrollierten und überwachten Menschheit. Glaube ich. Ich bin nämlich noch nicht ganz durch, hehe. Und man merkt, dass ich unglaublich gut Bücher rezensieren kann, oder? (nein, normalerweise nehme ich das natürlich ernster haha) Aber kann man dieses Buch eigentlich eine Distopie nennen? Ist diese Überwachung und Kontrolle nicht schon längst bittere Realität? Klar ist natürlich, das soziale Netzwerke mittlerweile einen Großteil unserer Zeit beanspruchen, Facebook und Twitter ersetzen die Zeitung am Morgen, YouTube ersetzt das Fernsehen und Blogs gelten natürlich auch als immer wichtiger, haha. Mae (das Bauernmädchen aus dem Buch) muss The Circle gezwungenermaßen ständig benutzen, immer auf dem neusten Stand sein und auf alle eingehenden Nachrichten sofort antworten. Sonst könnte man die Gefühle eines Freundes verletzten. Oder wichtige Ereignisse verpassen. Auch schon längst Realität, mit den Unterschied, dass kein Chef uns kontrolliert. Sondern es vielmehr die Gesellschaft einfach von uns erwartet und wir einem sozialen Druck ausgeliefert ist. Obwohl ich so denke, habe ich mich letztens, aus reinem Interesse, auf Twitter angemeldet. Ihr könnt mir folgen, falls ich jemals regelmäßig etwas zwitschern sollte, aber wenn, dann habt ihr immer so ein bisschen choci für unterwegs. Wie diese kleinen süßen Proben von Handscremes, die man mit sich rumschleppt. Als ich heute mit dem Hund Gassi war, sind zwei noch ziemlich kleine Kinder an mir mit dem Fahrrad vorbeigefahren; zweimal. Beim zweiten Mal hat ein Mädchen dann zu mir gesagt: "Das Fahrrad habe ich heute erst neu bekommen!!" Ich habe daraufhin einen Kopfhörer aus meinem Ohr entfernt und breit gelächelt (sah bestimmt ziemlich bescheuert aus, weil die Sonne geblendet hat und ich genervt war) "Wie bitte?" "DAS FAHRRAD HAB ICH HEUTE ERST NEU BEKOMMEN!" "Öh ja, es ist richtig schön (es war pink.) und du kannst schon richtig super damit fahren!" Dieses Mädchen hat mich in diesem Moment an eine Miniaturausgabe der Mädchen erinnert, die meine Facebook-Startseite vollmüllen, weil sie denken, dass sie einmal die Woche ein Bild von sich posten müssen um ihre (vorhandene oder auch nicht vorhandene) Schönheit zu demonstrieren, weil dann einfach alle randomly liken und sie damit ihr Ego pushen können. Gefällt mir nicht, nö. Ich scrolle mittlerweile schon demonstrativ weiter. Das geht ja schon soweit, dass meine Freundin mir von einem Mädchen erzählte, das sie doch tatsächlich bat, ihr neues Profilbild zu liken. Naaah, gurl. Man liket nur Dinge, die einem auch gefallen. Ihr seid alle wunderschön. Bitte verzweifelt nicht so. Liket nur was euch gefällt. Und wenn ihr Zeit mit Menschen verbringt, die euch wichtig sind, legt das Handy weg.

Dienstag, 7. April 2015

Leere behalten

Glücklich unorientiert? Bin ich immernoch. Trotzdem waren diese Orientierungstage eine gute Möglichkeit, um viel nachzudenken und manche Dinge zu überdenken. Nachdenktage vielleicht. Von Natur und völliger Ruhe umgeben zu sein, hat jedenfalls zu ein bisschen Leere im Kopf geführt (und das meine ich positiv; wie Ausmisten). Dann hatte ich noch zwei Schultage voller Harmonie in meiner Klasse, und jetzt sind endlich wieder wohlverdiente Ferien. Obwohl ich ehrlich gesagt das Gefühl habe, dass die letzten Ferien garnicht so lange her sind. Nur noch ein paar Wochen, dann haben wir dieses Schuljahr schon wieder geschafft! Okay, das ist vielleicht übertrieben. Aber so lange ist wirklich nicht mehr. Erstmal stehen jetzt aber gleich in der ersten Woche nach den Ferien Tests an, für die ich eigentlich langsam lernen sollte. Aber ich bin so im Ferienmodus, schon so an Freizeit gewöhnt - da geht nichts. Ich hoffe morgen geht ein bisschen was. Heute aber bin ich extra früh aufgestanden (um 9 Uhr. Normalerweise frühstücke ich in den Ferien erst so gegen 13 Uhr), weil ich mich mit meiner Freundin in der Stadt treffen will - man muss sich ja über verschiedenste Dinge austauschen und meistens passieren in den Ferien immer die meisten, spannendsten Dinge. Und jetzt schreibe ich noch diesen Blogpost und muss mich selbst ein bisschen auf Facebook auf den neusten Stand bringen, da bleibt also wirklich garkeine Zeit zum Lernen! So ist das! Vielleicht nennt man das aber auch nur zwanghaftes Prokrastinieren, oder es ist einfach eine automatische Schutzmaßnahme meines Körpers gegen Stresspickel oder so. Man weiß es nicht. Aber Stresspickel möchte doch niemand riskieren! Deswegen lasse ich mir Zeit...um dann umso mehr Stress in den letzten Tagen zu haben, hehe. Ähnlich geht es mir aber bei vielen Sachen. Mein Zimmer wollte ich auch mal wieder putzen. Mein Zimmer ist eigentlich ziemlich ordentlich, ich habe schon schlimmeres gesehen - aber manchmal, manchmal, muss ich eben auch mal Staubwischen. Was jetzt eigentlich kein großer Act ist. Der größere Act ist da eher, mich dazu aufzuraffen. Oder die Buchrezensionen, die ich noch schreiben müsste - zwei fertig gelesene Bücher liegen hier neben meinem PC und warten darauf, analysiert und kritisiert zu werden, und ich lege sie immer genau dort hin, um mich daran zu erinnern, dass ich das noch machen müsste - müsste - aber letztenendes mache ich was? Genau! Ich schiebe es auf. Meinen inneren Schweinehund halte ich schon wie ein Haustier, er heißt Sally. Aber überraschenderweise bin ich zu einer Sache voll motiviert - ich muss die nächsten Wochen dreimal die Woche joggen gehen, weil ich bald beim Halbmarathon in meiner Stadt mitlaufe. Zwar nur eine Teilstrecke, aber die ist auch schon um die 8 km lang. Und das reicht mir schon. Und dafür muss ich eben trainieren. Aber das klappt ganz gut, und meine Motivation ist eben, dass ich eigentlich schon länger trainieren sollte - PROKRASTINATION - und ich das jetzt wirklich durchziehen muss. Naja, vielleicht ist so ein bisschen Druck garnicht soo schlecht. Nur sollte das nicht die Überhand gewinnen - und man muss die Möglichkeit haben, auch mal an nichts zu denken.