Sonntag, 7. Februar 2016

Gedankenschleifen

Zurzeit ist alles wie am Bahnhof. Ich stehe mitten in den Massen, Menschen drängen sich an mir vorbei, registrieren mich garnicht, sind nur darauf bedacht, schnell ihr Ziel zu erreichen. Und ich stehe dort, spüre, wie alles an mir vorbeirennt, spüre den Fahrtwind von einem Zug, der an mir vorbeirast. Und ich stehe immernoch da. Am gleichen Fleck. Und spüre den Fahrtwind.
via tumblr
Es geht alles so schnell. Manchmal, da habe ich das Gefühl, immernoch zwölf zu sein, bunte T-Shirts mit Aufdrücken zu mögen und Bubble Tea richtig cool zu finden. Manchmal habe ich aber auch das Gefühl, Anfang dreißig zu sein, nicht so richtig zu wissen, ob mir Karriere oder Familie wichtiger ist, Teenager anstrengend und oberflächlich zu finden und ständig zu hinterfragen, ob ich die richtigen Entscheidungen in meinem Leben getroffen habe. Und die Wahrheit ist? Ich bin 17, ich bin mittendrin, und ich weiß nicht so richtig, wohin mit mir. Ich überlege mir, was ich nach dem Abitur machen möchte. Uni oder Hochschule? Erstmal ein Volontariat bei einer Zeitung? Bin ich überhaupt gut genug, um Journalistin zu werden? Schaffe ich überhaupt mein Abi? Was, wenn ich einfach abbreche und nach Kanada auswandere? Meine Gedanken sind eine riesige unendliche Schleife, aber diese Schleife verpackt kein vielversprechendes Gedankenpaket, sondern einfach nur Verwirrung und Verzweiflung. Manchmal versuche ich wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Ich kenne mich jetzt schon seit 17 Jahren - und ich weiß, dass ich viel zu viel über alles nachdenke. Über unnötige und unwichtige Dinge, aber auch über die großen Dinge. Über meine Zukunft, über meine Vergangenheit. Ich wäre gerne einer dieser Menschen, die im Moment leben und einfach alles beruhen lassen und alles auf sich zukommen lassen. Die Wahrheit ist aber, dass ich gerne einen Plan habe und Perspektiven und Sicherheit. Andererseits bin ich aber auch sehr spontan und impulsiv. Ich bin ein vernünftiger Freigeist. Oder so. Das kann anstrengend sein, für mich und auch für andere, und deswegen versuche ich, daran zu arbeiten, ich versuche mir eben einen Plan zu machen, den meine Gedankenschleife verlangt. Ich habe Studienmessen besucht, Tüten voller Infomaterial verschiedenster Unis und Hochschulen liegt bei mir zu Hause, ich war bei der Berufsberatung (und mir wurde ungefähr genau das erzählt, was ich mir durch Neugier schon selbst erarbeitet hatte), habe seriöse und weniger seriöse Persönlichkeitstests gemacht (Ergebnis Journalistin. SURPRISE), ich gehe nächste Woche zu einem Infoabend von einer Hochschule, die mich sehr anspricht. Falls diese Beziehung ernster werden sollte - ihr seid die ersten, die davon erfahren. Ich möchte euch auf diese Reise mitnehmen. Fühlt euch wie meine Mädelsclique oder so. Ich denke, es geht vielen gleichaltrigen so, und ich mochte es schon immer, einfach auszusprechen, was eigentlich alle denken. Alle, mit denen ich mich unterhalte, sind irgendwie verwirrt, und wissen nicht, wohin. Sucht euch einfach selbst den Weg und wartet nicht, bis eine Kutsche vorbeikommt, die euch zum Ziel kutschiert. Setzt euch mit euch selbst auseinander und findet heraus, was ihr wirklich wollt. Ich glaube, ich gehe gerade durch diesen Findungsprozess, und ich habe eine Vision, aber solange ich mir nicht sicher bin, will ich meiner Internetclique noch nicht davon erzählen (sorry. Vernünftiger Freigeist, u know). Ich hoffe, wir finden alle unseren Weg. Und wenn nicht, dann schreibe ich weiter und zerre euch auf den Weg, zerre mit aller Kraft und zwinge euch. Bewegt euch! Tut was! Findet euch selbst! Ich klinge wie jemand von den Slimanis!